Elektronische Einkaufshilfe zur Erkennung von allergenen Stoffen in Lebensmitteln

Präsentation im Rahmen von Jugend forscht

Nummer des Gerbrauchsmusterschutzeintrages: 20 2010 004 892.3

Präsentation meines Projektes im Rahmen von Jugend forscht

Erstmalig erfolgte die Vorstellung im Rahmen des Projektes "Jugend forscht" zum Regionalausscheid Südwestsachsen am 03.03.2012, bei dem ich einen ersten Preis gewann und mir somit die Teilnahme am Landeswettbewerb am 25.03.2012 in Leipzig ermöglicht wurde.
In diesem gelang es mir schließlich, den Sonderpreis des Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, sowie den Landessieg in der Kategorie Technik zu erlangen. Vom 17. bis 21.05.2012 werde ich meine Arbeit dann beim Jugend forscht Bundeswettbewerb in Erfurt präsentieren.


Kurzfassung

Motiviert wurde ich bei meiner Themenwahl durch die bestehenden und für mich alltäglichen Probleme bei der Ernährung meines Bruders Oliver, welcher an Zöliakie leidet.
Zöliakie ist eine Stoffwechselkrankheit, die auf einer Unverträglichkeit gegenüber dem Klebereiweiß Gluten, das in Weizen, Roggen, Gerste, Dinkel, Hafer und Grünkern enthalten ist, beruht. Gluten kann in den vielfältigsten Formen in Lebensmitteln vorhanden sein, so auch als Bestandteil von vielen Zusatzstoffen und wird meist nicht auf den Zutatenlisten von Lebensmitteln aufgeführt.
Da mein Bruder, wie auch viele andere Betroffene, bereits nach kleinsten Glutenspuren im Essen wenige Stunden später starke Immunreaktionen, wie Durchfall, Bauchschmerzen oder Erbrechen zeigt, ist es wichtig, nur garantiert glutenfreie Lebensmittel zu kaufen. Da allerdings nur auf sehr wenigen Lebensmitteln die Glutenfreiheit aufgeführt ist, ist der Einkauf sehr schwierig. Die momentan einzige sichere Möglichkeit zum Einkauf glutenfreier Produkte ist die von der DZG (Deutsche Zöliakie Gesellschaft e. V.) herausgegebene Auflistung glutenfreier Lebensmittel mit etwa 700 Seiten. Das Nachschlagen bestimmter Lebensmittel in diesem Buch ist allerdings sehr zeitaufwändig und kompliziert.

Ziel meiner Arbeit war es nun, ein kleines mobiles Gerät mit zugehöriger Software zu entwickeln, welches nur an das Produkt gehalten wird und dann sofort auf dem Display "glutenfrei" bzw. "glutenhaltig" anzeigt und somit den Einkauf glutenfreier Lebensmittel enorm erleichtert.
Zur Erkennung der Lebensmittel dient ein Barcodescanner, mit welchem der Barcode auf dem Produkt gescannt wird. Jeder Barcode steht dabei eindeutig für ein Lebensmittel, welches auf einer Datenbank auf einer SD Card im Gerät gespeichert ist. Der Mikrocontroller, das Kernstück des Gerätes, gleicht diesen Barcode nun mit der Datenbank ab und zeigt das Ergebnis (glutenfrei/glutenhaltig) auf dem Display an. Die Anforderungen, die ich zu Beginn meiner Arbeit an das Gerät stellte, konnte ich zum größten Teil erfüllen: Das Gerät ist sehr einfach zu bedienen, es kommt mit großen Datenbanken zurecht und braucht nur etwa eine Sekunde zum Nachschlagen der Lebensmittel.

Weiterhin umfasst meine Arbeit auch die Entwicklung eines Computerprogramms, zur Erstellung einer Datenbank für das mobile Gerät. Dabei soll das Programm später allerdings nicht vom Endbenutzer selbst, sondern von einer Firma oder einem Verein, wie der DZG, verwendet werden. In einer großen Tabelle werden alle glutenfreien Produkte mit ihren Namen und Barcodes eingetragen. Auch kann mein Programm Datenbanken von anderen Datenbankverarbeitungsprogrammen weiterverwenden, so dass die Datenbank auch in einem anderen Programm, wie z.B. Microsoft Excel oder Access erstellt und verwaltet werden könnte. Mein Programm ist einfach zu benutzen, stellt sehr geringe Systemvoraussetzungen an den Computer und hat auch bei enorm großen Datenbanken nur sehr kurze Ladezeiten.

Der nächste Schritt wäre nun das Finden eines Datenbankverwalters und das Entwickeln eines kleineren, mobilen Gerätes. Nächstliegend wäre eine Vermarktung des Gerätes und die Verwaltung der Datenbank über die DZG, da diese bereits ihre Auflistung glutenfreier Lebensmittel herausgibt und von den Herstellern nur noch zusätzlich die Barcodes der Produkte anfragen müsste. Allerdings wäre auch eine Vermarktung über eine andere Firma denkbar, da allein in Deutschland mit rund 400.000 betroffenen Bürgern viele Interessenten existieren dürften.
Mit minimalen Anpassungen wäre mein Gerät auch für Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten gegenüber anderen Inhaltsstoffen, wie z.B. Krebs, Eier, Fisch, Erdnüsse, Soja, Milch, Schalenfrüchte, Sellerie, Senf, Sesamsamen, Schwefeldioxide, Sulfite, Lupinen und Weichtiere anwendbar. In meiner Arbeit habe ich mich allerdings konkret auf die Zöliakie konzentriert.

2012 © Tom Hähnel
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